Selbstständig machen: Tipps + Gefahren

Wir alle kennen das Gefühl, wenn wir einfach nicht mehr für unseren Chef arbeiten wollen. Es fühlt sich richtig an, das sichere Unternehmen zu verlassen und sich beruflich auf eigene Beine zu stellen. Sein eigener Chef sein, davon träumt jeder irgendwann einmal. Doch sollte man sich diesen Schritt gut überlegen. Denn es hängt mehr daran, als man sich vorstellen kann. Eine gute Planung ist Voraussetzung für eine gute Durchführung!

1. Planungsphase: Diese sollte, egal ob Eigenkapital vorhanden ist oder nicht, nicht zu kurz angesetzt werden. Je nach Branche, in der die Firmengründung stattfindet, stehen hier die ersten wichtigen Entscheidungen an. Wo sollen geeignete Räume angemietet werden? Wie soll die Einrichtung aussehen? Welche Ausrüstung wird benötigt? Werden Fertigungsmaterialien benötigt, die vorfinanziert werden müssen? Diese Fragen sind selbstverständlich individuell zu beantworten. Damit alles Hand und Fuß hat, ist es sinnvoll, sich eine Planungshilfe in Person eines Steuerberaters zu genehmigen. Insbesondere, wenn bereits zur Eröffnung hin größere Summen notwendig sind, sollte ein Fachmann die Finanzen unter Kontrolle behalten. Ebenfalls in die Planungsphase fallen sämtliche Behördengänge. Bis zu 7 Monate sollten für diese Phase eingeplant werden.


2. Wichtig ist die Entscheidung, ob die geplante Selbstständigkeit ausreicht, um ein Haupterwerb zu werden, oder ob von vornherein alles auf einen Nebenerwerb hinausläuft. Auch hier kann der Steuerberater ein optimaler Berater sein. Er kennt sich nicht nur mit den Finanzen aus, sondern hat aufgrund seines Berufes auch Einblick in die verschiedenen Branchen. Sein Rat kann ausschlaggebend sein.


3. Markenschutz, Firmenname und Datenschutz – in der Zeit des Internets und der sehr strikten Wettbewerbsverordnungen ist es wichtig, diese Vorgaben einzuhalten, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.


4. Die Versicherungen: Betriebliche, gewerbliche, private Haftpflichtversicherung, wo sind die Unterschiede. Welche brauche ich tastsächlich und welche können vorerst eingespart werden? Im eigenen Interesse sollte man diese Frage nicht unterschätzen. Kunden können diesbezüglich manchmal sehr humorlos sein.

 

Selbstständig machen2

5. Die Finanzierung des Selbständigkeits-Traums: Ist genug Eigenkapital vorhanden? Muss man eine Bankfinanzierung sichern oder sind ausreichend Rücklagen vorhanden? Eine Kombination aus beidem wäre optimal. Um die Finanzierung korrekt zu berechnen, müssen Schätzungszahlen über den Gewinn gemacht werden. Die Banken werden nach dem Businessplan und den möglichen Gewinnen fragen und sich bei eine Zusage genau danach richten.


6. Sind Genehmigungen notwendig? Darf ich problemlos beginnen und lediglich dem Steuerberater als finanziellem Berater Bericht erstatten? Auch in Hinblick auf diesen Arbeitsgang sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Nicht immer arbeiten Behörden so schnell, wie wir es gerne hätten.


7. Wieder ist es der Steuerberater oder Unternehmensberater, der über die Unternehmensform aufklären kann. Je nach Form kann noch ein Eintrag im Handelsregister notwendig werden, was einen Notartermin mit sich bringt. Des Weiteren müssen noch Konten auf den Firmennamen aufgemacht werden, wenn es sich um eine hauptberufliche Selbstständigkeit handeln soll. Je nach Größe kann bei einem Nebenerwerb das reguläre Privatkonto eingesetzt werden.


8. Selbstverständlich ist das zuständige Amt ebenfalls über die Firmengründung bzw. die gewerbliche Tätigkeit zu informieren. Das Ordnungsamt nimmt die Anzeige der Selbstständigkeit entgegen und leitet sie an alle notwendigen Ämter weiter.


9. Tja, und nun gilt es nur noch, Kunden zu gewinnen und sie mit seinen Dienstleistungen zufrieden zu stellen.




Eines sollte übrigens ebenfalls in die Überlegungen einfließen: Selbstständig setzt sich aus den Wörtern „selbst“ und „ständig“ zusammen. Urlaub sollte für die ersten Jahre nicht zwangsläufig eingeplant werden. Und wenn, könnte es einer adäquaten Vertretung bedürfen.
Also entscheiden Sie selber: Ist die Idee mit der Selbstständigkeit eine gute oder sollte man sie doch eher verwerfen?